Marokko: Kameltrekking und Wandern in der Wüste mit Akabar - Sahara Treks - individuell - persönlich - flexibel

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Informationen zu den Trekkinggebieten im Atlasgebirge:

Der Atlas ist ein Hochgebirge im Nordwesten des afrikanischen Kontinents, das sich mit einer Länge von etwa 2300 Kilometer von Marokko, Algerien bis hin nach Tunesien erstreckt. Der höchste Gipfel ist der Toubkal mit 4167 Höhenmetern. Der Atlas bildet eine markante Scheidelinie zwischen dem relativ feuchten Klima im äußersten Norden Marokkos und der Sahara. 
Zum Atlasgebirge gehören nachstehende Gebirgsketten: Hoher Atlas im Zentrum Marokkos,  im Südwesten des Landes der Anti-Atlas,  der Djebel Siroua südlich des Hohen Atlas und das Saghro-Massiv im Südosten Marokkos.
Das Toubkal Massiv im Hohen Atlas liegt ca. 60 Kilometer südlich von Marrakesch (ca. 1,5 Std Fahrzeit) und ist Paläozoikum entstanden. Der Toubkal (4167 m) ist der höchste Berg Marokkos und Nordafrikas. Das Toubkal-Massiv erstreckt sich zwischen Tizi-n-Test Pass im Westen bis zum Tichka-Pass im Osten und besteht aus vielen Tälern entlang der nördlichen und südlichen Hänge. Der Toubkal-Nationalpark wurde 1942 als erster Nationalpark des Landes gegründet und ist 380 km² groß. Das Klima im Nationalpark wird durch dessen Höhe, den Atlantik und die Sahara bestimmt. Etwa 15 % der Nationalparkfläche ist mit Wald bedeckt. Die nördlichen, feuchteren Flanken sind von Wald bedeckt: Steineiche, Aleppo-Kiefer und Wacholder. In den höheren Lagen findet man hauptsächlich Wacholder, welcher in alpine Wiesen übergeht, gefolgt von steppenartige-Vegetation und Geröll. Die alpine Zone nimmt etwa 20 % des Nationalparkgebietes in Anspruch, hier sind u.a. Narzissen, Glockenblumen, Ginster, Kratzdisteln, Zwerg-Augentrost anzutreffen. Die südlichen Hänge des Massivs sind trockener als die nördlichen, dementsprechend sind diese auch weniger bewaldet. Hier dominiert der Wacholder, der sich mit Artemisia und Pfriemengräser abwechselt. Die zahlreichen Flusstäler ermöglichen dort eine reiche Flora, welche von Oleander, Weiden, Schwarz- und Silber-Pappel, Steineiche, Portugiesischer Eiche und Eingriffeliger Weißdorn beherrscht werden. Auf dem Gebiet des Nationalparks leben etwa 16 Säugetierarten wie z.B. Berberaffe, Atlashörnchen, Mähnenspringer, Cuviergazelle, Gewöhnliches Stachelschwein, und Streifenhyäne. Unter den etwa 50 Vogelarten finden wir Greifvögel wie Bartgeier, Wüstenfalken, Steinadler, und Zwergadler sowie Kammblässhühner, Felsenhühner, Haussegler, Rötelschwalben, Wasseramseln Alpenbraunellen, Diademrotschwänze, Rotflügelgimpel, Hausammer, Alpenkrähen und Alpendohlen. 
Im Hohen Atlas - im Gebiet des Toubkal - sehen wir auf unseren Touren Dörfer, deren hohe Steinhäuser steil die Hänge emporklettern. Als Landwirtschaftsform herrscht Terrassenwirtschaft mit Bewässerungssystem vor. Es wird Getreide, Mais und Gemüse angebaut, In den Gärten auf 2000 bis 2300 m wachsen hauptsächlich Apfel- und Walnussbäume. An den Gebirgshängen stehen Bienenkästen,  weiden Schafe und Ziegen.
 
In der Nordflanke des Hohen Atlas - zwischen den Städten Azilal und Kelâa M’Gouna - liegen viele fruchtbare Täler wie das Ourika-Tal, das Aït Bougoumez-Tal, das Ahansal-Tal und das Anergui-Tal. Hier hat sich eine sehr traditionelle Lebensweise der ansässigen Berberstämme erhalten.
 
Im Aït Bougoumez-Tal sind aufgrund seiner Fruchtbarkeit – je nach winterlichen Schnee- bzw. Regenfällen sind zwei Ernten möglich – und wegen seines ausgeglichenen Klimas hat es den Beinamen vallée heureuse oder glückliches Tal erhalten. Im Gegensatz zur Landwirtschaft im Toubkal-Gebiet, wird z.B. im Ait Bougoumez-Tal Landwirtschaft auf der fruchtbaren Talsohle betrieben. Es werden Gemüse und Feldfrüchte angebaut; die Obstgärten werden beherrscht von Apfel- und Walnußbäumen. Zum Hausbau wird das Holz von  Pappeln und Weiden genommen. Die Gärten sind von Bewässerungskanälen durchzogen. Das etwa 1800 m bis 2200 m hoch gelegene Aït Bougoumez-Tal ist mit dem Schnelltaxi von Azilal aus gut zu erreichen und bietet vielfältige Einblicke in das Leben der Berber des Hohen Atlas. Etwas weiter südlich erhebt sich das langgestreckte, über 4000 m hohe Jbel M’Goun-Massiv (4071 m).
Die Wirtschaft des abgelegenen, aber fruchtbaren Tals, war jahrhundertelang auf Selbstversorgung und Autarkie ausgerichtet; Märkte waren schlichtweg zu weit entfernt und Esel waren die einzigen Transportmittel. Ein System strenger Kontrollen (agdal), welches sich strikt an der Verfügbarkeit, am individuellen Bedarf und am gemeinschaftlichen Nutzen der natürlichen Ressourcen (Wasser, Boden, Holz etc.) orientierte, ermöglichte den Bewohnern des Hochtals ein erfolgreiches und nachhaltiges Überleben. Trotz fehlender schriftlicher Aufzeichnungen ist davon auszugehen, dass das Hochtal schon seit Jahrhunderten besiedelt ist. Noch im frühen 20. Jahrhundert lebten die Bewohner weitgehend abgeschnitten von der Außenwelt – eine Situation, die sich erst mit verbesserten Transportmöglichkeiten und zunehmendem Tourismus änderte. Dennoch ist das Tal in vieler Hinsicht immer noch recht ursprünglich geblieben und bietet neben seinen landschaftlichen Schönheiten vielfältige Einblicke in das Leben und die Kultur der Berber des Hohen Atlas. Besichtigt werden kann der runde Agadir 'Sidi Moussa' oberhalb des Dorfes Timit, der zu den eigenartigsten und imposantesten Bauten seiner Art in ganz Marokko gehört sowie mehrere Felsblöcke mit Dinosaurier-Fährten.
Die Täler südlich von Azilal eignen sich sehr gut zu Trekkingtouren - u.a. auf den M'Goun und Touren mit dem Mountainbike. Diese Gegend ist weit abseits des Toubkal-Massentourismus. Übernachten ist in Gite d' Etappes möglich oder auch Zelten in den Gärten der Dorfbewohner; Hotels und Campingplätze sind nicht vorhanden.  Viele Dorfbewohner reiten auf dem Maultier zu den traditionellen Wochenmärkten. Es kommt einem vor wie ein Besuch in einer anderen Zeit. Sobald man sich etwas außerhalb der Dörfer befindet, beginnt die Einsamkeit und Stille der Bergwelt.