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Das Tafraout-Gebiet im Jebel Bani

Das Hochtal von Tafraout - im Jbel Bani-Gebirge - liegt ca 2 Fahrstunden von Zagora entfernt.
Strom gibt es erst seit Mitte März 2016, Telefonnetz erreicht man mittlerweile fast überall im Haupt-Siedlungsgebiet. Je nachdem, wo man in Tafraout wohnt, gibt es mehr oder weniger Wasser, denn das Tal wird von einer unterirdischen Wasserader ähnlich eines Flußes durchzogen. So sind die Bohrlöcher auch unterschiedlich tief, wie z.B. ca 140 m bei der neuen Nomadenschule. Die Bewohner pumpen sich bei Bedarf Wasser in einen offenen Behälter, der einige hundert Meter vom Haus entfernt steht; Frauen und Kinder tragen täglich viele Kanister Wasser in ihre Häuser. Es gibt kaum Toiletten und Duschen.  Zum Kochen verwenden sie das Holz, welches auf der täglichen Wanderung der Hirtinnen und Hirten eingesammelt wird. Die Nomaden in den Bergen entnehmen Wasser, soweit vorhanden, aus Wasserlöchern oder laufen mit einem Esel zu einem weiter entfernten Brunnen. Dort wird dann auch die Wäsche gewaschen.
Die Einwohner von Tafraout bauten in den vergangenen zwei bis drei Jahren etappenweise an Straßen durch das Tal, der Staat unterstützte sie dabei mit Geräten.
Seit ca. zwei Jahren entwickelt sich die Landwirtschaft in Tafraout sehr zügig. Bauten um 2012/2013 nur einige Semi-Nomaden in ihren Gärten Wassermelonen an, sieht man inzwischen überall Melonenfelder, Pumpen und Verteiler für Tröpfchenbewässerung. Von Seiten des Staates gibt es seit kurzem Unterstützung für Landwirte in Form von Wasserspeichern (circa 20x5x3m) und Pumpenhäusern. Die Menschen konzentrieren sich auf den Anbau von Wassermelonen, die in diesem Gebiet von Marokko als erste im Land reifen und den Menschen ein gutes Einkommen bringen. Beim Blick in die Nomadenhäuser stellt man jedoch keine Veränderung fest. Das tägliche Trink- und Nutzwasser wird nach wie vor mit Kanistern aus dem offenen Brunnen ins Haus getragen, es wird weiterhin mit Holz gekocht und gebacken.
 
 
Hilfsprojekte
 
Die Nomadenfamilien von Tafraout werden seit Jahren von der italienischen Gesellschaft  "Associazione Mondo Incantato" mit großem Engagement unterstützt. Diese haben die Nomadenschule in Zusammenarbeit mit den Menschen von Tafraout aufgebaut und finanzieren den Lehrer.   https://www.youtube.com/watch?v=VvhQK8gNoyc
Die Associazione Mondo Incantato beantragte im Jahr 2013 bei FAO http://www.fao.org/home/en/ finanzielle Hilfen für die Nomadenfamilien; diese wurden gewährt und ausgezahlt. Seit Beginn 2017 ist die zweite Nomadenschule von Tafraout im östlichen Teil des Gebietes in Betrieb.  Die "Ingenieure ohne Grenzen" ließen einen Wasserhochcontainer bauen, somit hat die Schule Toiletten, Duschen und eine einfache Küche. Kinder und Eltern wurden über Hygienemaßnahmen aufgeklärt; entsprechende Informationen hängen neben der Tafel im Klassenzimmer.
 

Dank der großzügigen Spende meines Arbeitgebers, der Sparkasse Markgräflerland, Müllheim und Weil am Rhein, konnte der Wasserhochcontainer auf dem Schulgelände der Nomadenschule zzgl. Wasserleitungen für Küche und Toiletten noch 2013 fertiggestellt werden. Eine neuer, großer Raum wurde angebaut und dient als Küche. Die Arbeiten wurden von den Mitgliedern der Association Akabar in Eigenarbeit geleistet. Die Nomadenschule entwickelte sich inzwischen immer mehr zu einem Gemeindezentrum. Im Handwerksraum stehen 4 Nähmaschinen und ein Teppichknüpfrahmen - diese Geräte wurden u.a. von Mondo Incantato zur Verfügung gestellt. Seit März 2013 hat die Schule einen Solarkollektor mit Wechselrichter. Seit 2015 gibt es eine eigene Wasserversorgung.

Per Zufall stieß ich auf das Engagement der Organisation "Ingenieure ohne Grenzen" und da zum Sommer 2012 schon Familien aufgrund von versiegenden Brunnen nach jahrelanger Trockenheit das Tal von Tafraout verließen, habe ich die Lage den Mitarbeitern der Berliner Zentrale der "Ingenieure" beschrieben und um mögliche Hilfe gebeten. Im August 2013 besuchten Hafid Benyachou und ich die Verantwortlichen und wir hörten schon, daß die Gruppe "München" an der Aufgabe interessiert sei. Es folgte viel Schriftverkehr, Skypen und die Übersendung von Gesteinsproben nach München. Im November 2014 waren zwei Teams der "Ingenieure" im Tafraout-Tal und untersuchten mit Unterstützung durch Hafid (als Übersetzer) und der Nomadenvereinigung Akabar fast sämtliche Brunnen des Tales.
Über die Durchführung des Projektes informieren Sie folgende Webseiten:

 

Trekkinggäste unseres schweizer Partners haben eine größere Summe für die medizinische Versorgung der Nomadenfamilien des Jebel Bani Gebietes zur Verfügung gestellt.


Zusammen mit der Gemeinschaft der Nomaden von Tafraout/Sahara "Association Akabar for Sustainable Development and Culture - الثقافة و للتنمية أكابار جمعية " erarbeiten wir folgende Maßnahmen:

  • Backofen zum Betrieb einer Dorfbäckerei**
  • Englischunterricht für Trekkingbegleiter

** Junge Nomadenfrauen möchten eine Bäckerei gründen, um die Familien von Tafraout mit Backwaren zu versorgen. Möglicherweise entsteht auch ein Lebensmittelgeschäft. 

 

Hafid Benyachou und die Nomaden der Association Akabar haben die Nomaden des Bouhjab-Gebietes aktiv bei der Gründung einer eigenständigen Nomadenvereinigung unterstützt, die wie die Association Akabar ihre Angelegenheiten selber regelt und mit Behörden und anderen Stellen außerhalb der Wüste in Kontakt tritt: Association of Nomads Cavaran for Development in the Desert. People of Bouhjab-Elbayd